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5. September 2010 Pressemeldungen

Sternfahrt für den Frieden

v.l.n.r. Helga Schwarzer, Marko Schmidt

Dietmar Bartsch,MdB,Stellv. Fraktionsvorsitzender

v.l.n.r. Gabriele Mestan,Jacqueline Bernhardt, Helga Schwarzer, Dietmar Bartsch, Helmut Holter

Zum Weltfriedenstag gedenkt die Partei DIE LINKE der Opfer des Faschismus

Es ist noch ein wenig kühl an diesem Morgen, als sich Radfahrer auf dem Schweriner Großen Dreesch zur Sternfahrt für den Frieden zusammenfinden. Zum Weltfriedenstag wird mit dieser Sternfahrt der Opfer des Faschismus gedacht. Die Teilnehmer wollen erinnern und mahnen. Sie wollen ein Zeichen setzen gegen Krieg, Gewalt, gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.

Gleichzeitig starten an den Denkmalen für die KZ- Opfer in Hagenow, Ludwigslust, Neustadt- Glewe und Parchim Radler in Richtung Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin.

Sie hatten zuvor Blumen an den Gedenkorten niedergelegt.

Die Sternfahrt ist eine Initiative der Partei DIE LINKE. Sie entstand 1998, so die Landtagsabgeordnete Gabriele Mest’an, um eine Verbindung der Gedenkstätten herzustellen und um die Toten, die dort begraben sind, zu ehren.

Der Bundesvorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Bundes der Antifaschisten (VVN-BDA) Prof. Heinrich Fink, erinnerte vor der Gedenkplastik von Jo Jastram daran, dass es wichtig ist, die Erinnerung der Überlebenden weiterzutragen an die nächste Generation. Er forderte, keine Gleichgültigkeit zuzulassen und berichtete über ein Gespräch zwischen Tomas Werner Angress, einem vor kurzem verstorbenen Befreier des KZ Wöbbelin und dem Filmemacher Trebitsch, dem Häftling, über die Befreiung des KZ Wöbbelin und die Frage „Warum habe ich überlebt und warum sind so viele gestorben?“

Er forderte ein, nicht zuzulassen, dass es immer wieder Kriege gibt.

Die Anwesenden gedachten mit Blumengebinden der Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Auch Kinder legten auf dem Begräbnisplatz Blumen nieder.

Acht Schüler der Theatergruppe des Goethe- Gymnasiums Schwerin gestalteten anschließend eine szenische Lesung zur autobiografischen Erzählung „Die Brücke von Schwerin“ von Liana Millu. Die italienische Lehrerin und Journalistin war in Venedig verhaftet und in das Vernichtungslager Auschwitz- Birkenau verschleppt worden. Sie wurde im Mai 1945 befreit und kehrte nach Italien zurück. In ihrem 1978 erschienenen zweiten Buch „Die Brücke von Schwerin“ beschreibt sie ihre Befreiung und insbesondere den langen Weg zurück. Die Brücke wird zum Symbol für den Übergang in ein neues Leben. Die Schüler beeindruckten mit ihrer Lesung.

Zahlreiche Gäste, so der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der LINKEN, Dr. Dietmar Bartsch und der Vorsitzende der Linksfraktion im Schweriner Landtag Helmut Holter, folgten der Einladung, die neuen Ausstellungen in den Räumen der Mahn- und Gedenkstätte Wöbbelin zu besichtigen. Gezeigt werden die Ergebnisse des Projektes „Schulen und Gedenkstätten“ und die während des internationalen Workcamps in Wöbbelin entstandenen Fotos und Collagen.